Auf Kollisionskurs Sind wir noch zu retten?

Auf Kollisionskurs Sind wir noch zu retten?

 

Ende Oktober machte der WWF mit seiner Veröffentlichung des „Living Planet Index“ nachdenklich.
Demnach waren 2018 die Ressourcen, welche die Erde reproduzieren kann, bereits am 1. August und damit so früh wie noch nie, aufgebraucht. Wir leben somit seit fünf Monaten auf Pump, ohne die Möglichkeit zu besitzen, diesen Kredit jemals zurückzahlen zu können. Noch beunruhigender und emotional lebendiger werden die dahinter stehenden Daten, sieht man sich einige Details an. So hat sich die Zahl der Wirbeltierarten in den letzten 44 Jahren mehr als halbiert. Bei den in der Wildnis lebenden Wirbeltieren ging der Bestand sogar um 60 % zurück. In Zentral- und Südamerika wurden ganze 89% weniger Säugetiere, Vögel, Fische, Amphibien und Reptilien registriert. Wir sollten uns endlich bewusst machen, dass diese Folgen menschlichen Handelns dem des sogenannten Aussterbeereignisses an der Kreide – Paläogen- Grenze entspricht! Dort löste nach dem weithin anerkannten Szenario ein sogenannter Impaktkörper (Asteroid o. ä.) mit einer Größe von etwas mehr als 10 km Durchmesser und einer Geschwindigkeit von 20 bis 40 km/s das Artensterben aus, welches letztlich 70 bis 75% aller lebenden Tiere betraf. Zwar werden auch intensiver Vulkanismus und daraus folgende Klimaveränderungen als denkbare Ursachen diskutiert, allerdings gilt der Impakt als letztlich entscheidend für den Umfang der Veränderung.


Die Wucht der damaligen Kollision, die überall auf der Erde zu spüren war, hatte die unvorstellbare Kraft von etwa 200 Millionen Hiroshima-Bomben. Heutzutage schaut der Mensch in die Tiefen des Alls, um möglichst rechtzeitig auf solche „Killermeteoriten“ reagieren zu können, allerdings wirft er gleichzeitig und ständig virtuelle Bomben in das eigene Nest. Kein Beweis für den evolutionären Vorteil intelligenten Lebens.

 

Vor etwa 66 Millionen Jahren war es ein Glück für die Menschheit, dass es sie noch nicht gab. Die evolutionäre Chance für die Entstehung unserer Art, welche höchstwahrscheinlich erst durch das Aussterben vieler Spezies und das Überleben unserer Urahnen möglich wurde, wird heute „aufs Spiel gesetzt“. Können wir nicht anders?

 

Die Folgen des ungebremsten, ja auch weiter zunehmenden Verbrauchs natürlicher Ressourcen sind offensichtlich: „Fischbestände kollabieren, Lebensräume und Artenbestände schrumpfen kontinuierlich und Kohlenstoff reichert sich weiter in der Atmosphäre an“ (WWF). „Grüneres“ Denken und Handeln wäre ein erster, schon später, aber notwendiger Schritt zurück an das rettende Ufer. Aber selbst die zur Nachahmung benötigten Vorbilder unserer Art beweisen sich vielmals als unfähig dafür. So verdient beispielsweise der Abmahnanwalt Jürgen Resch von der inzwischen berühmt gewordenen Deutsche Umwelthilfe (DUH) sein „gutes“ Geld auf durchaus kritikwürdiger Grundlage, setzt sich gleichzeitg noch ungeniert und mehrmals im Monat in den Flieger, um seine schwäbische Familie zu besuchen. Wie war das mit dem Wasser und dem Wein? Zur Erinnerung: Ein Flug von New York nach Frankfurt/M. setzt pro Person durchschnittlich 2.300 kg CO² frei, was dem zugestandenen Jahreshöchstkontingent pro Kopf aller Menschen entspricht. Und dieses Kontingent wird mit der rapiden Zunahme der Weltbevölkerung selbstverständlich permanent weniger. Allein mit seinen Flügen nutzt der professionelle „Umweltschützer“ Resch also das Kontingent vieler Mitbewohner auf diesem Planeten schamlos mit aus. Ein Vorbild?

Und wie sieht es, als zweites Beispiel unter vielen möglichen, mit dem Vorsitzenden der Grünen, Roland Habeck, aus? Der stolze Vater hat vier Söhne. Rein statistisch atmet sein Nachwuchs knapp 70 Tonnen CO² im Jahr aus und muss sich etwa 40 Tonnen sonstigem CO²-Verbrauch anrechnen lassen. Allein Letzterer entspricht dem CO²-Ausstoß von 20 (!) mittleren SUV’s. Viele Kinder ein Vorbild für alle?

 

Nun soll es wie so oft die Technik richten. Ausgaben in Milliardenhöhe suggerieren eine stromhelle Zukunft. Das „emissionsfreie“, mit Batterie betriebene, Auto wird die Welt retten. Ein Trugschluss, der nicht zu bremsen ist. 


(Knapp 30% von 32.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sind in Deutschland im Bestand gefährdet. 5,6% in den letzen 40 Jahren bereits ausgestorben. (Quelle: WWF) In NRW, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern ist auch der Feldhamster bereits ausgestorben. In Baden-Württemberg gibt es höchstens noch 100 Exemplare (Quelle: BfN))

In diesem Jahr läuft beim deutschen Autobauer BMW bereits die Produktion zu einem Konkurrenzprodukt von Teslas Alibifahrzeug an. Die Batterie wiegt stolze 600kg. Der Austausch mit dem Kran ist also ein Gebot der mobilen Zukunft. Ohne auf die infrastrukturellen, Material-, Produktions- und ethischen Aspekte der Batterie-herstellung eingehen zu wollen, sollte jeder wissen, dass dieser Stromer eine Fahrleistung von mindestens 70 bis 100.000 km benötigt, um einen CO²-Vorteil gegenüber einem vergleichbaren Verbrenner erreichen zu können. Hält eine Batterie so lange und reicht dies zur ökologischen Umkehr? Selbst wenn beides der Fall wäre, was stark infrage gestellt werden muss, ginge das, wie so oft, zu Lasten der Bevölkerung und der Natur in den rohstoffproduzierenden Ländern. Ist dies so gewollt und der einzige Ausweg in die mobile Zukunft?

 

Kobalt als eine Grundlage der Batterieherstellung wird im Übrigen zu einem überwiegenden Teil im Kongo und dies noch in Tagebauen abgebaut. Wird man dem zukünftigen stolzen Autobesitzer hier also den Makel einer regional begrenzten und fragwürdigen ökologischen Wende mit dem Kolonialattribut 2.0 anhängen müs-sen?

 

Und damit sind wir in der Kausalitätskette und letztendlich auch bei einem emotionalen, aber oft verdrängtem
Problem angelangt. Wir sind jetzt schon viel zu viele und werden immer mehr. Kein Programm zur Bevölke-rungsentwicklung scheint diesen Weg aufzuhalten. Auch vor der eigenen Haustür funktioniert am besten im-mer noch der Abwehrreflex. Hierzulande scheint oft auch die artikulierte Sorge vieler Menschen zu sein, dass „die Deutschen“ aussterben und die Rente nur mit zusätzlichen Kindern sicher bleibt. Das dies eine sinnarme und sogar kontraproduktive, gerade in Bezug auf die eigenen Kinder, ist, wird dabei stur übersehen. Fehlerhafte politische Anreize, wie das einkommensunabhängige- und das Baukindergeld unterstützen dies.
„Wir“ jedenfalls werden in nicht einmal fünf Jahren die Grenze der 8 Milliarden überschreiten. Kein guter Schritt. Nach einigen Schätzungen könnten wir sogar etwa 2050 die 11 Milliarden-Grenze überschreiten. Wie
sollen diese Erdenbürger zukünftig leben? So wie wir? Und mit welchen Ressourcen dann noch? An jedem
zusätzlichen Menschen hängt ein Ballast von unzählig zu lösenden Fragen. Dies muten wir unseren Nach-kommen zu.


„Unser Lebensstil ist wie Kettenrauchen und Komasaufen auf Kosten des Planeten“, erklärte Jörg-Andreas Krüger, Geschäftsleiter Naturschutz beim WWF. Nach seinen Worten hat Deutschland „am erschütternden Rückgang der biologischen Vielfalt weltweit maßgeblich Anteil“. Dass dies niemand gerne hören möchte, ist selbstverständlich. Wir wollen und können es wohl aber auch nicht wirklich verstehen, dies ist ein weiteres Problem. Menschen haben offensichtlich einen Hang zur verdrängenden Ideologie, von einem oft vorgelebten Weltbild übernommen, auch wenn dieses sich nicht selten im messihaften Sammeln von genehmen Versatz-stücken manifestiert. Patchwork-Ideologie. Die immer noch beste Medizin dagegen scheint ein Blick von außen auf das eigene Habitat. Die Fotos und Videosequenzen von Alexander Gerst, der gerade von der internationalen Raumstation ISS zurückgekehrt ist, sollten in den Pflichtunterricht aller Schulen und überall auf der Welt integriert werden. Als Weckruf vielleicht eine unserer letzten Möglichkeiten. - HH -

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Kommentare: 1
  • #1

    Wolfgang Maeser (Sonntag, 02 Februar 2020 10:57)

    Anhand all dessen, was in Studien zum Anthropozaen verdeutlicht und im Prinzip
    (hinderlich: ist z.B die Zeit und auch partielle Leseschwaeche)
    leicht nachzulesen und -zuvollziehen ist, drängt sich meinem Urteilsvermögen nur diese Globalantwort auf: die Spezies Mensch ist, wie jedwede andere Spezies auch, in ihrer zahlen- wie auch gebietslässigen Ausweitung und der damit zwangslaeufig verbundenen Beseitigung anderer Spezies und ihrer wie unserer "heilsam-zutraeglichen" Oekotope dem irgendwann-irgendwie sich ereignenden Untergang "geweiht". Es errettet uns aus unserem evolutionären Schicksal kein Höheres Wesen, kein Gott, kein Kaiser, kein Tribun - und uns von Diesem zu erlösen, können wir leider auch nicht selber tun.
    Was bleibt für's Individeum? Sucht euch geistig-koerperlich passende FreundInnen und macht euch damit und dadurch ein Leben voller Lust und Freuden; bloß keine "geschafften Leiden".
    Es gruesst euch "Rohr-Schnulli" Wolfgang Maeser.